Ist Taubenkot gefährlich?
Tauben gehören in den meisten Städten zum gewohnten Bild. Was eher unschön ist, sind ihre Hinterlassenschaften. Taubenkot kann für Hausbesitzer nicht nur optisch zum Problem werden, sondern er stellt auch eine Gesundheitsgefahr dar. Umso wichtiger ist die Entfernung oder die Taubenprävention.
Was ist das Gefährliche an Taubenkot?
An manchen Gebäuden ist die gesamte Fassade übersät von Taubenfäkalien. Das sieht zunächst einmal nicht sehr ansprechend aus. Doch was noch viel gravierender ist: Im Kot sind jede Menge Keime enthalten. Diese können für Menschen gesundheitsgefährdend sein. Eine kleine Auswahl:
- Bakterien: Tauben können Träger von Bakterien wie Salmonellen und Escherichia coli (E. coli) sein. Diese Bakterien können beim Menschen schwere Magen-Darm-Erkrankungen auslösen.
- Pilze: Der Kot ist ein ideales Milieu für das Wachstum von Pilzen wie Cryptococcus neoformans und Histoplasma capsulatum. Das Einatmen von Sporen dieser Pilze kann zu Atemwegserkrankungen, Lungeninfektionen (Kryptokokkose, Histoplasmose) oder in seltenen Fällen sogar zu neurologischen Problemen führen. Besonders gefährdet sind Menschen mit geschwächtem Immunsystem.
- Viren: Obwohl seltener, können Tauben auch Viren wie den Paramyxovirus (Pseudo-Geflügelpest) übertragen, der in Ausnahmefällen auch auf Menschen übertragbar sein kann.
- Parasiten: Im Taubenkot können sich auch Eier von Würmern oder andere Parasiten befinden, die indirekt über den Kontakt oder verunreinigte Oberflächen auf den Menschen übertragen werden können.
Wie kann ich in Kontakt mit Taubenkot gelangen?
Im ersten Moment fragen Sie sich vielleicht, wie Sie überhaupt mit Kot von Tauben in Berührung kommen können. Doch erleichtern sich diese Vögel erst einmal auf oder an Ihrem Haus, gibt es verschiedene Gefahrenstellen:
- Direkter Kontakt: Nutzen Sie Bereiche, die stark verschmutzt sind (z.B. Balkone, Dachböden, Innenhöfe), könnten Sie Taubenkot berühren.
- Einatmen von Staub: Die größte Gefahr geht oft vom Einatmen von getrocknetem, pulverisiertem Taubenkot aus. Wenn der Kot trocknet und zerfällt, werden winzige Partikel und Sporen in die Luft freigesetzt. Dies geschieht durch Wind, das Kehren oder Bürsten von Oberflächen oder bei Bauarbeiten.
- Verunreinigte Lebensmittel: Haben Sie Töpfe mit Gartenkräutern auf dem Balkon oder ziehen Sie Gemüse in der Nähe des Hauses, kann sich Taubenkot darauf absetzen. Werden die Lebensmittel nicht ausreichend gewaschen, besteht Kontaminationsgefahr.
Wer sollte Taubenkot entfernen?
Aufgrund der Gesundheitsrisiken sollte die Entfernung von Taubenkot nicht leichtfertig erfolgen.
- Bei kleinen Mengen und frischem Kot: Kleine, frische Flecken können Sie selbst entfernen, jedoch immer mit Schutzmaßnahmen. Tragen Sie Einweghandschuhe und eine FFP2-Maske, um das Einatmen von Partikeln zu vermeiden. Befeuchten Sie den Kot vorsichtig, um Staubbildung zu minimieren, und entsorgen Sie ihn in einem verschlossenen Beutel im Restmüll. Anschließend die Fläche desinfizieren.
- Bei größeren Mengen oder älterem Kot: Bei starkem, trockenem oder großflächigem Befall sollten Sie unbedingt einen professionellen Schädlingsbekämpfer oder eine spezialisierte Reinigungsfirma beauftragen. Diese Experten verfügen über:
- – Spezialausrüstung: Atemschutz, Schutzanzüge, spezielle Reinigungsmittel und -geräte, um den Kot sicher und gründlich zu entfernen.
- – Fachwissen: Sie kennen die Risiken und wissen, wie man Kontaminationen vermeidet und die betroffenen Bereiche desinfiziert.
- – Richtige Entsorgung: Sie können den gefährlichen Abfall sicher entsorgen.
Für den professionellen Umgang mit Taubenkot kommen verschiedene Vorschriften zur Anwendung. Die TRGS, die DGUV und BG Bau äußern sich zwar nicht explizit zum Taubenkot. Dennoch schreiben diese Regelungen den Umgang mit Gefahrstoffen und deren Entsorgung vor. Da Taubenkot eine Gesundheitsgefahr darstellt, müssen Profis diese Vorschriften beim Entfernen beachten.
Prävention gegen Taubenkot: Was kann ich zur Taubenabwehr tun?
Die beste Strategie gegen Taubenkot ist es, Tauben fernzuhalten. Das können Sie auf unterschiedliche Weise tun:
- Setzen Sie Fütterungsverbote durch bzw. weisen Sie immer wieder darauf hin: Das Füttern von Tauben trägt maßgeblich zur Überpopulation bei. Informieren Sie Ihre Nachbarn und achten Sie auf die Einhaltung lokaler Fütterungsverbote.
- Beseitigen Sie Aufenthaltsmöglichkeiten:
- - Netze und Spikes: An Gebäudevorsprüngen, Fensterbänken, Dachrinnen oder Balkonen können Taubennetze oder Vogelspikes (oft auch Taubenstacheln genannt) angebracht werden, um Lande- und Nistplätze zu verhindern.
- - Spanndrähte oder -federn: Auf schmalen Simsen können dünne, gespannte Drähte die Tauben am Landen hindern.
- - Schrägflächen: Das Anbringen von geneigten Blechen oder Holzbrettern auf Simsen verhindert das Sitzen.
- - Beseitigen Sie Nistmaterial: Entfernen Sie frühzeitig Nester und Nistmaterial, um die Ansiedlung zu verhindern.
Fazit: Lassen Sie Profis Taubenkot entfernen
Einzelne Stellen mit Taubenkot können unter Berücksichtigung von Vorsichtsmaßnahmen oftmals noch selbst behandelt werden. Sind Sie jedoch von massiven Verunreinigungen mit Taubenkot betroffen, sollten Sie aus eigenem Schutz und für ein zuverlässiges Ergebnis mit professionellen Gebäudereinigern und Schädlingsbekämpfern arbeiten. Sie haben nicht nur das notwendige Equipment und die Erfahrung, sondern sie können Sie auch bei der Taubenabwehr beraten. Denn Prävention ist das beste Mittel gegen gefährlichen Taubenkot.