Ein geplatztes Rohr, ein volllaufender Keller nach Starkregen oder eine Sturmflut an der Ostseeküste: Wenn Wasser ins Gebäude eindringt, entscheiden die ersten Stunden darüber, wie groß der Schaden am Ende ausfällt. Nicht das Wasser selbst ist dabei das größte Problem, sondern das, was danach passiert.
Kurz beantwortet:
Sichern Sie zuerst die Elektrik und stoppen Sie den Wasserzutritt. Dokumentieren Sie den Schaden mit Fotos, bevor Sie etwas verändern, und melden Sie ihn Ihrer Versicherung. Entfernen Sie stehendes Wasser und beginnen Sie mit der Trocknung. Der kritische Zeitpunkt liegt bei rund 72 Stunden. Danach beginnt in durchfeuchteten Materialien die Schimmelbildung.
Wir zeigen Ihnen, welche Schritte in welcher Reihenfolge sinnvoll sind, warum die Art des Wassers über das gesamte weitere Vorgehen entscheidet und wo die Grenzen der Eigenleistung liegen.
Bevor Sie einen Eimer anfassen, sichern Sie die Gefahrenquellen. In dieser Reihenfolge:
Ein Punkt, der an der Küste dazukommt: Prüfen Sie, ob ein Heizöltank betroffen ist. Öltanks können bei Überflutung aufschwimmen, Leitungen abreißen und den gesamten Keller kontaminieren. Aus einem Wasserschaden wird dann ein Gefahrstoffschaden mit nochmals anderen Anforderungen.
In der Praxis unterscheiden wir Wasserschäden nach dem Grad der Verunreinigung. Diese Einordnung ist keine Formalie, denn von ihr hängt ab, ob Materialien getrocknet werden können oder ausgebaut werden müssen.
Der häufigste und teuerste Fehler in dieser Phase: Ein Keller wird nach einem Rückstau oder einer Überflutung ausgepumpt, oberflächlich gewischt und anschließend nur getrocknet. Die Feuchtigkeit verschwindet, die Keimlast bleibt. Wochen später zeigen sich Geruch sowie Schimmel und die Sanierung beginnt von vorn.
Bei einer Ostseesturmflut kommt zum Kontaminationsproblem die Salzfracht. Salz zieht mit dem Wasser in Mauerwerk und Putz ein und bleibt dort, auch wenn die Wand längst trocken erscheint. Es wirkt hygroskopisch, zieht also Feuchtigkeit aus der Raumluft nach, und führt zu Ausblühungen und Putzschäden, die erst Monate später sichtbar werden.
Aus diesem Grund reicht bei Salzwasserschäden die reine Trocknung nicht aus. Erforderlich ist eine Beurteilung der Salzbelastung im Mauerwerk und, je nach Befund, ein Abtrag des betroffenen Putzes. Wer diesen Schritt überspringt, saniert zweimal.
Stunde 0 bis 4 – sichern und dokumentieren
Stunde 4 bis 24 – Wasser entfernen und Werte erfassen
Stunde 24 bis 48 – Trocknung starten und Aufbau prüfen
Schimmelsporen sind in jeder Raumluft vorhanden. Sie brauchen zum Wachstum lediglich Feuchtigkeit und ein Nährmedium. Tapete, Kleber, Gipskarton oder Holz bieten dafür geeignete Bedingungen. Unter üblichen Raumtemperaturen beginnt das Wachstum bei anhaltender Durchfeuchtung typischerweise nach zwei bis drei Tagen.
Das erklärt, warum ein zügiger Beginn der Trocknung so viel Geld spart. Wird innerhalb der ersten Tage konsequent getrocknet, bleibt es häufig bei einer Trocknungsmaßnahme. Wird eine Woche gewartet, kommt eine Schimmelsanierung hinzu, die deutlich aufwendiger ist und in der Regel Rückbau erfordert. Wie Sie einen bestehenden Befall einordnen, erklären wir in unserem Beitrag zu Schimmel in der Wohnung.
Auspumpen, Inventar räumen und lüften können Sie selbst. In diesen Fällen sollten Sie jedoch einen Fachbetrieb hinzuziehen:
Ein Hinweis zu Mietgeräten: Ein Baumarkt-Trockner kann die Raumluft entfeuchten, er erreicht aber weder die Dämmschicht unter dem Estrich noch Hohlräume in Wandaufbauten. Ohne begleitende Feuchtemessung bleibt zudem unklar, wann die Trocknung abgeschlossen ist. Eine zu früh beendete Trocknung ist einer der häufigsten Gründe für Folgeschäden.
Wie lange dauert die Trocknung nach einem Wasserschaden?
Bei einer reinen Raumtrocknung sind es häufig ein bis zwei Wochen. Ist eine Dämmschicht unter dem Estrich betroffen, dauert es meist drei bis sechs Wochen, in ungünstigen Fällen länger. Maßgeblich ist nicht die Zeit, sondern die gemessene Restfeuchte.
Welche Versicherung zahlt bei einem Wasserschaden?
Schäden am Gebäude durch austretendes Leitungswasser sind in der Regel über die Wohngebäudeversicherung abgedeckt, Schäden am Hausrat über die Hausratversicherung. Schäden durch Hochwasser, Starkregen und Sturmflut sind davon grundsätzlich nicht erfasst. Dafür ist eine zusätzliche Elementarschadenversicherung erforderlich. Der konkrete Umfang hängt vom Vertrag ab; prüfen Sie Ihre Police und sprechen Sie im Zweifel mit Ihrer Versicherung.
Was tun, wenn der Keller unter Wasser steht?
Zuerst den Strom für den Bereich abschalten und den Keller nicht betreten, solange die Elektrik unter Spannung steht. Dann den Wasserstand und die Herkunft des Wassers dokumentieren. Bei Rückstau oder Hochwasser handelt es sich um kontaminiertes Wasser. Hier gehören Dekontamination und Desinfektion zwingend dazu.
Reicht Lüften und Heizen aus?
Nur bei kleinen, oberflächlichen Schäden mit sauberem Wasser. Sobald Feuchte in Estrich, Dämmung oder Wandaufbau eingedrungen ist, ist eine technische Trocknung mit Messung erforderlich.
Wie schnell entsteht Schimmel nach einem Wasserschaden?
Bei anhaltender Durchfeuchtung und Zimmertemperatur muss ab etwa 72 Stunden mit beginnendem Wachstum gerechnet werden. Deshalb ist der frühe Start der Trocknung entscheidend.
Ein Wasserschaden wird selten durch das Wasser teuer, sondern durch die Zeit, die vergeht, und durch Trocknung, die an der falschen Stelle ansetzt. Sichern, dokumentieren, die Art des Wassers bestimmen und dann gezielt trocknen: Diese Reihenfolge entscheidet darüber, ob es bei einer Maßnahme bleibt oder eine Sanierung folgt. Gerade an der Küste kommen mit Salzfracht und möglicher Kontamination Faktoren hinzu, die eine reine Trocknung nicht abdeckt.
Ihr Objekt ist von einem Wasserschaden, Rückstau oder einer Sturmflut betroffen? Sprechen Sie uns an. Wir nehmen den Schaden auf und stimmen die Maßnahmen mit Ihnen und Ihrer Versicherung ab: +49 461 – 480 658 46

Hygieneplan für die Arztpraxis

Wasserschaden: Was tun in den ersten 48 Stunden?
In besonders dringenden Fällen, die unter keinen Umständen bis zum nächsten Tag warten können, erreichen Sie uns auch außerhalb der Öffnungszeiten über unseren 24-Stunden-Notfall-Service:
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