Es beginnt fast immer nachts: ein Kratzen über der Schlafzimmerdecke, ein Trippeln, manchmal ein deutliches Poltern. Wer solche Geräusche auf dem Dachboden hört, will vor allem eines wissen: welches Tier sitzt da oben?
Kurz beantwortet: Lautes Poltern und Schleifen in der Nacht spricht für einen Marder. Quietschende Rufe und Trippeln im Sommerhalbjahr deuten auf Siebenschläfer. Anhaltendes Nagen an Holz und Leitungen weist auf Ratten hin, feines Rascheln und huschendes Trippeln auf Mäuse. Geräusche am Tag stammen dagegen fast immer von Vögeln.
Die Bestimmung ist mehr als Neugier. Von der Art hängt ab, welche Maßnahmen überhaupt zulässig sind, denn Siebenschläfer und Fledermäuse stehen unter Naturschutz und dürfen nicht bekämpft werden. Zur Beruhigung vorweg: Eine unmittelbare Gefahr für die Bewohner geht von keinem dieser Tiere aus, solange Sie den Dachboden nicht betreten. Handeln sollten Sie trotzdem zügig, weil Dämmung, Kabel und Dampfsperre mit der Zeit erheblich beschädigt werden. Wir zeigen Ihnen, wie Sie Uhrzeit, Geräusch und Spuren richtig deuten.
Bevor Sie auf den Dachboden steigen, lohnt sich ein einfaches Protokoll: Notieren Sie über einige Nächte, wann die Geräusche einsetzen, wie lange sie andauern und wie laut sie sind. Das grenzt die Möglichkeiten oft schon deutlich ein.
Wenn Sie den Dachboden kontrollieren, geben Ihnen neben den Geräuschen vor allem Kot, Fraßspuren und Nistmaterial Aufschluss.
Neben der Uhrzeit hilft der Kalender bei der Eingrenzung. Die vier häufigsten Verursacher folgen sehr unterschiedlichen Jahresrhythmen.
Sommer, laute Geräusche mit Poltern:
In den Sommermonaten fällt die Paarungszeit der Steinmarder. In dieser Phase sind die Tiere besonders aktiv und lautstark, weshalb viele Betroffene den Befall erst dann bemerken, obwohl der Marder oft schon länger da ist.
Sommerhalbjahr, danach vollständige Ruhe:
Setzen die Geräusche im Frühjahr ein und hören im Herbst schlagartig auf, spricht das für Siebenschläfer, die anschließend in den Winterschlaf gehen.
Herbst und Winter, zunehmend:
Mäuse und Ratten ziehen sich mit sinkenden Temperaturen in Gebäude zurück. Geräusche, die im Oktober oder November beginnen, deuten deshalb eher auf Nager hin.
Frühjahr und Sommer, tagsüber:
Brütende Vögel und Tauben sind vor allem in der Brutzeit auffällig, dann aber am Tag.
In fast allen Fällen führt der Weg über eine bauliche Schwachstelle, die von außen kaum auffällt. Häufige Zugänge sind offene oder beschädigte Traufkästen, verrutschte Dachziegel, ungeschützte Lüftungsöffnungen, Spalten am Ortgang sowie Durchführungen für Leitungen und Antennen. Mäuse benötigen dabei kaum mehr als sechs bis sieben Millimeter, Ratten etwa zwei Zentimeter.
Ebenso wichtig ist die Frage, wie die Tiere nach oben kommen. Überhängende Bäume und Sträucher, Rankgitter, Regenfallrohre und angrenzende Anbauten oder Garagendächer wirken als Kletterhilfen. Marder und Ratten sind ausgezeichnete Kletterer, Siebenschläfer springen mühelos aus benachbarten Baumkronen auf das Dach. Wer die Zugänge verschließt, ohne diese Aufstiegswege zu entschärfen, verlagert das Problem häufig nur auf die nächste Schwachstelle.
Der Dachboden ist kein harmloser Untersuchungsort. Kot und Urin von Nagern können Krankheitserreger enthalten, darunter Hantaviren, Leptospiren und Salmonellen. Diese gelangen über aufgewirbelten Staub in die Atemwege.
Dieser Punkt wird regelmäßig unterschätzt und ist der eigentliche Grund, warum die Artbestimmung am Anfang stehen muss. Nicht jedes Tier auf dem Dachboden darf bekämpft werden.
Wer also zur falschen Maßnahme greift, riskiert nicht nur einen erfolglosen Versuch, sondern unter Umständen einen Verstoß gegen das Artenschutzrecht.
Marder oder Ratte – woran erkenne ich den Unterschied?
An der Lautstärke. Ein Marder ist deutlich schwerer und verursacht Poltern, laufende Schritte und Schleifgeräusche, die man klar als Bewegung eines größeren Tieres wahrnimmt. Ratten verursachen dumpfere Laufgeräusche und vor allem anhaltendes Nagen. Der Kot ist eindeutig: Marderkot ist 8 bis 10 Zentimeter lang und gedreht, Rattenkot spindelförmig und 1 bis 2 Zentimeter lang.
Warum höre ich die Geräusche nur nachts?
Marder, Siebenschläfer, Ratten und Mäuse sind dämmerungs- und nachtaktiv. Tagsüber ruhen sie in ihren Verstecken. Hören Sie die Geräusche dagegen am helllichten Tag, kommen eher Vögel oder Tauben infrage.
Was tun, wenn ein Siebenschläfer auf dem Dachboden lebt?
Siebenschläfer sind besonders geschützt und dürfen weder gefangen noch getötet werden. Zulässig sind Vergrämung und das Verschließen der Zugänge, allerdings erst nach dem Auszug der Tiere und außerhalb von Aufzucht- und Winterschlafzeit. Ein Fachbetrieb stimmt das Vorgehen bei Bedarf mit der Naturschutzbehörde ab.
Verschwinden die Tiere im Winter von allein?
Nein. Siebenschläfer halten zwar Winterschlaf und sind dann nicht zu hören, kehren im Frühjahr aber in dasselbe Quartier zurück. Mäuse und Ratten ziehen sich im Gegenteil gerade im Winter verstärkt in Gebäude zurück. Solange die Zugänge offen sind, bleibt das Problem bestehen.
Was kostet die Beseitigung?
Das hängt von der Tierart, vom Befallsumfang und davon ab, wie viele Zugänge gesichert und wie viel Dämmung ausgetauscht werden muss. Eine belastbare Aussage ist erst nach einem Ortstermin möglich – wir erstellen dann ein Angebot mit nachvollziehbaren Arbeitsschritten.
Geräusche auf dem Dachboden lassen sich mit etwas Systematik erstaunlich gut zuordnen: Uhrzeit, Jahreszeit, Lautstärke und Kotbild führen in den meisten Fällen zur richtigen Art. Weil an dieser Bestimmung nicht nur die Wirksamkeit, sondern auch die Zulässigkeit der Maßnahmen hängt, sollten Sie im Zweifel nicht raten. Unsere Fachkräfte bestimmen die Art vor Ort und wählen ein Vorgehen, das zum Tier, zum Gebäude und zur Rechtslage passt.
Sie hören nachts Geräusche über der Decke und wissen nicht, welches Tier dahintersteckt? Sprechen Sie uns an: +49 (0) 461 – 480 658 46

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